Feuchteschäden nach Fenstertausch vermeiden
Feuchteschäden nach Fenstertausch vermeiden: Darauf kommt es beim Einbau an
Neue Fenster gelten als wichtige Maßnahme zur Modernisierung eines Gebäudes. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass nach dem Fenstertausch Feuchteschäden an der Laibung oder im Anschlussbereich auftreten.
Viele Eigentümer vermuten dann einen Mangel am Fenster selbst. Tatsächlich liegt die Ursache jedoch häufig nicht am Fenster, sondern an einer fehlerhaften Ausführung des Einbaus.
In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Schritte bei einer fachgerechten Fensterinstallation wichtig sind und warum die Abdichtung des Fensteranschlusses eine entscheidende Rolle spielt.
Feuchteschäden nach einem Fenstertausch entstehen häufig durch einen fehlerhaften Fensteranschluss und nicht durch das Fenster selbst. Der PU-Schaum allein reicht für eine dauerhafte Abdichtung nicht aus. Entscheidend ist ein mehrschichtiger Aufbau mit einer luftdichten Ebene auf der Innenseite, einer dämmenden Ebene in der Mitte und einer diffusionsoffenen Ebene nach außen.
Warum entstehen Feuchteschäden nach dem Fenstertausch?
Feuchteschäden an der Laibung treten häufig dann auf, wenn der Anschluss zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk nicht fachgerecht ausgeführt wurde.
Ein weit verbreiteter Irrtum besteht darin, dass ein Fenster lediglich eingesetzt, ausgeschäumt und anschließend verkleidet werden müsse. Eine solche Ausführung berücksichtigt jedoch nicht die Anforderungen an Wärmeschutz und Feuchteschutz.
Wird die Anschlussfuge nicht korrekt aufgebaut, kann Feuchtigkeit in das Bauteil eindringen. Die Folgen können Feuchteschäden im Bereich der Laibung oder des angrenzenden Mauerwerks sein.
Die Grundlage: Saubere Vorbereitung des Fensteranschlusses
Demontage des alten Fensters
Eine fachgerechte Fenstermontage beginnt mit der sorgfältigen Demontage des vorhandenen Fensters.
Anschließend sollte die Tragfähigkeit der vorhandenen Oberfläche überprüft werden. Nur ein geeigneter Untergrund ermöglicht einen dauerhaft funktionierenden Fensteranschluss.
Unebenheiten beseitigen
Vor dem Einbau müssen vorhandene Unebenheiten ausgeglichen werden.
Ist die Oberfläche nicht ausreichend eben, kann sie beispielsweise durch einen Glattstrich vorbereitet werden. Ziel ist eine glatte und tragfähige Anschlussfläche.
Wie wird das Fenster befestigt?
Nach der Vorbereitung wird das neue Fenster ausgerichtet und befestigt.
Die Verschraubung kann entweder mit Mauerankern am Mauerwerk erfolgen oder direkt durch den Fensterrahmen ausgeführt werden.
Erst nachdem das Fenster korrekt positioniert und befestigt wurde, erfolgt der nächste Schritt im Aufbau des Fensteranschlusses.
Welche Aufgabe hat der PU-Schaum?
Nach der mechanischen Befestigung wird die Anschlussfuge mit PU-Schaum ausgefüllt.
Der PU-Schaum dient dazu, eine wärmedämmende Ebene herzustellen. Seine Aufgabe besteht also in erster Linie in der Dämmung des Anschlussbereichs.
Wichtig ist jedoch: Diese Ebene ist weder luftdicht noch schlagregendicht.
Werden keine weiteren Maßnahmen getroffen, bleibt der Anschlussbereich anfällig für Feuchtigkeitseinträge.
Warum reicht PU-Schaum allein nicht aus?
Nach dem Aushärten wird der PU-Schaum üblicherweise bündig zum Fensterrahmen abgeschnitten.
Dadurch liegt die Dämmung offen. Ohne zusätzlichen Schutz kann Feuchtigkeit in den Anschlussbereich eindringen.
Genau an dieser Stelle entstehen häufig die Ursachen späterer Feuchtigkeitsschäden.
Der Schutz der Anschlussfuge erfordert deshalb weitere Bauteile zur Abdichtung.
Fensterdichtband und Dampfbremsfolie als Schutz vor Feuchtigkeit
Um einen Feuchteintrag zu verhindern, wird auf der Innenseite des Fensters eine zusätzliche Abdichtung angebracht.
Hierfür kommen beispielsweise Fensterdichtbänder oder Dampfbremsfolien zum Einsatz. Diese werden sowohl am Fenster als auch am angrenzenden Mauerwerk verklebt.
Ihre Aufgabe besteht darin, feuchte Raumluft vom Eindringen in den Anschlussbereich abzuhalten.
Feuchtigkeit aus alltäglichen Vorgängen wie:
- Atmen
- Kochen
- Duschen
kann dadurch nicht unkontrolliert in das Mauerwerk oder die Dämmebene gelangen.
Die drei Ebenen der RAL-Montagerichtlinie
Nach der RAL-Montagerichtlinie besteht ein fachgerechter Fensteranschluss aus drei unterschiedlichen Ebenen.
- Innenseitig luftdicht
- Mittig dämmend
- Außenseitig diffusionsoffen
Diese Aufteilung sorgt dafür, dass Feuchtigkeit möglichst nicht in die Konstruktion eindringt und eventuell vorhandene Restfeuchte wieder austrocknen kann.
Innenseite: Luftdichte Ebene
Die innere Abdichtung soll verhindern, dass feuchte Raumluft in die Anschlussfuge gelangt.
Hierfür werden beispielsweise Dichtbänder oder Dampfbremsfolien eingesetzt.
Mittlere Ebene: Wärmedämmung
Die mittlere Ebene wird durch den Dämmstoff im Anschlussbereich gebildet. Im beschriebenen Aufbau übernimmt der PU-Schaum diese Funktion.
Außenseite: Diffusionsoffene Ebene
Die äußere Ebene soll diffusionsoffen ausgeführt werden.
Dadurch kann Feuchtigkeit, die möglicherweise in das Bauteil gelangt ist, wieder nach außen diffundieren.
Welche Rolle spielt der SD-Wert?
Bei der Auswahl der Abdichtung wird auf den SD-Wert geachtet.
Auf der Innenseite sollte dieser möglichst hoch sein. Auf der Außenseite sollte er möglichst niedrig sein.
Dadurch wird erreicht, dass Feuchtigkeit nicht von innen in die Konstruktion gelangt und vorhandene Feuchtigkeit nach außen entweichen kann.
Was bedeutet das für Eigentümer?
Wer neue Fenster einbauen lässt, sollte nicht nur auf die Qualität des Fensters achten, sondern auch auf die fachgerechte Ausführung des Fensteranschlusses.
Ein Fenster kann technisch hochwertig sein und dennoch zu Feuchteschäden führen, wenn die Anschlussfuge nicht korrekt aufgebaut wird.
Besonders wichtig sind eine sorgfältige Vorbereitung des Untergrunds, die richtige Befestigung des Fensters, eine funktionierende Dämmebene sowie die luftdichte Abdichtung auf der Innenseite und die diffusionsoffene Ausführung nach außen.
Fehler in diesen Bereichen können langfristig zu Feuchtigkeitsschäden an der Laibung und im Anschlussbereich führen.
Fazit
Feuchteschäden nach einem Fenstertausch entstehen häufig nicht durch das Fenster selbst, sondern durch Fehler beim Einbau. Eine fachgerechte Montage beginnt bereits bei der Vorbereitung des Untergrunds und der Prüfung der Anschlussflächen. Der PU-Schaum übernimmt die Funktion der Wärmedämmung, stellt jedoch keine vollständige Abdichtung dar. Deshalb sind zusätzliche Abdichtungsebenen erforderlich. Nach dem Prinzip der RAL-Montagerichtlinie wird der Anschluss innen luftdicht, mittig dämmend und außen diffusionsoffen ausgeführt. So kann Feuchtigkeit zuverlässig vom Bauteil ferngehalten werden. Eine sorgfältige Ausführung des Fensteranschlusses trägt entscheidend dazu bei, spätere Feuchteschäden zu vermeiden.
FAQ
Entstehen Feuchteschäden durch das neue Fenster?
Feuchteschäden entstehen häufig nicht durch das Fenster selbst, sondern durch einen fehlerhaften Einbau oder einen unzureichend ausgeführten Fensteranschluss.
Welche Aufgabe hat PU-Schaum beim Fenstereinbau?
PU-Schaum dient zur Herstellung einer wärmedämmenden Ebene zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk. Er ist jedoch weder luftdicht noch schlagregendicht.
Warum wird eine Dampfbremsfolie eingesetzt?
Die Dampfbremsfolie verhindert, dass feuchte Raumluft aus dem Gebäude in die Anschlussfuge eindringt. Dadurch werden Mauerwerk und Dämmung vor Feuchtigkeit geschützt.
Was sind die drei Ebenen der RAL-Montagerichtlinie?
Die drei Ebenen bestehen aus einer luftdichten Ebene innen, einer dämmenden Ebene in der Mitte und einer diffusionsoffenen Ebene außen.
Warum sollte die äußere Ebene diffusionsoffen sein?
Eine diffusionsoffene Außenseite ermöglicht es Feuchtigkeit, die möglicherweise in das Bauteil gelangt ist, wieder nach außen abzugeben.
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