BEG-Reform: Neue Förderung für Effizienzhaus, WPB und Serielles Sanieren

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BEG-Reform: Neue Regeln für Effizienzhaus, Serielles Sanieren und Worst-Performing-Buildings

Die BEG-Förderung wird auch bei der systemischen Sanierung angepasst. Gemeint sind damit Sanierungen, bei denen nicht nur
einzelne Maßnahmen wie Fenster oder Dämmung umgesetzt werden, sondern das Gebäude insgesamt auf einen bestimmten energetischen Standard gebracht wird.

Besonders wichtig werden künftig zwei Themen: Worst-Performing-Buildings, also besonders schlechte Gebäude, und
Serielles Sanieren. Die Förderung soll stärker auf Gebäude ausgerichtet werden, bei denen energetisch besonders viel verbessert werden kann.

Für Eigentümer, Wohnungseigentümergemeinschaften, Vermieter und Unternehmen bedeutet das: Die Sanierungsförderung bleibt relevant, aber die Regeln werden
gezielter, teilweise strenger und in einigen Bereichen auch umgestellt.

Was bedeutet systemische Sanierung?

Bei einer systemischen Sanierung wird ein Gebäude umfassend energetisch verbessert. Das Ziel ist meistens eine bestimmte
Effizienzhaus-Stufe bei Wohngebäuden oder eine entsprechende Effizienzgebäude-Stufe bei Nichtwohngebäuden.

Anders als bei einzelnen Maßnahmen, zum Beispiel nur einem Fenstertausch oder nur einer Dämmung, wird hier das Gebäude als Ganzes betrachtet.
Dazu können mehrere Bausteine gehören:

  • Dämmung von Fassade, Dach oder Kellerdecke
  • Austausch von Fenstern und Außentüren
  • Einbau oder Optimierung der Heizungsanlage
  • Nutzung erneuerbarer Energien
  • Lüftungskonzepte
  • energetische Fachplanung und Baubegleitung

Genau deshalb ist diese Art der Sanierung komplexer. Sie kann aber auch deutlich größere Energieeinsparungen ermöglichen.

Stärkerer Fokus auf energetisch schlechte Gebäude

Ein zentraler Punkt der Reform ist der stärkere Fokus auf sogenannte Worst-Performing-Buildings, kurz
WPB. Damit sind Gebäude gemeint, die energetisch besonders schlecht abschneiden.

Der Gedanke dahinter ist einfach: Dort, wo ein Gebäude sehr viel Energie verbraucht, kann eine Sanierung besonders viel bewirken.
Deshalb soll die Förderung stärker auf diese Gebäude ausgerichtet werden.

Für Eigentümer älterer Gebäude kann das ein Vorteil sein. Wer ein energetisch schlechtes Gebäude besitzt und eine umfassende Sanierung plant,
sollte prüfen lassen, ob der WPB-Bonus in Frage kommt.

Serielles Sanieren wird stärker gefördert

Auch das Serielle Sanieren wird im Rahmen der Reform wichtiger. Dabei werden vorgefertigte Bauteile verwendet, zum Beispiel
Fassadenelemente oder Dachelemente, die industriell vorbereitet und vor Ort montiert werden.

Der Vorteil: Die Sanierung kann schneller, planbarer und häufig mit weniger Bauzeit vor Ort umgesetzt werden. Gerade bei größeren Gebäuden,
Mehrfamilienhäusern oder standardisierbaren Gebäudetypen kann das interessant sein.

Der Bonus für Serielles Sanieren, häufig auch SerSan-Bonus genannt, soll ausgeweitet werden.

SerSan-Bonus künftig auch für Effizienzhaus 70 EE

Bisher war der Bonus für Serielles Sanieren vor allem an ambitioniertere Effizienzhaus-Stufen gekoppelt. Künftig soll der
SerSan-Bonus auch bei einer Sanierung auf die Stufe Effizienzhaus 70 EE möglich sein.

Das ist wichtig, weil nicht jedes Gebäude wirtschaftlich oder technisch sinnvoll auf ein sehr hohes Effizienzniveau wie Effizienzhaus 40 oder
Effizienzhaus 55 gebracht werden kann. Mit der Erweiterung auf Effizienzhaus 70 EE kann Serielles Sanieren für mehr Sanierungsvorhaben interessant werden.

Der SerSan-Bonus soll dabei 5 % betragen und mit weiteren Förderbausteinen kombiniert werden können.

Serielles Sanieren künftig auch für Nichtwohngebäude

Neu ist außerdem, dass der Bonus für Serielles Sanieren künftig auch für Nichtwohngebäude gewährt werden soll.

Damit können nicht nur Wohngebäude, sondern auch gewerblich, kommunal oder anderweitig genutzte Gebäude stärker in den Fokus rücken.
Gerade bei größeren Gebäuden mit ähnlichen Bauteilen kann serielles Sanieren eine sinnvolle Lösung sein.

Für Unternehmen, Kommunen oder Eigentümer von Nichtwohngebäuden kann diese Änderung ein wichtiger neuer Ansatz für die energetische Sanierung sein.

Bessere Kombination von SerSan-Bonus und WPB-Bonus

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die stärkere Verknüpfung zwischen dem SerSan-Bonus und dem WPB-Bonus.

Bisher war die Kombination beider Boni begrenzt. Künftig soll diese Deckelung aufgehoben werden. Dadurch kann die Kombination aus Seriellem Sanieren
und Worst-Performing-Building-Bonus den anzusetzenden Fördersatz um bis zu 25 % erhöhen.

Für energetisch besonders schlechte Gebäude kann das relevant sein. Besonders dann, wenn eine umfassende Sanierung geplant ist und serielle
Sanierungselemente eingesetzt werden können.

Strengere Anforderungen beim WPB-Bonus

Gleichzeitig wird der WPB-Bonus genauer und strenger definiert. Bei Wohngebäuden mit bis zu fünf Wohneinheiten soll künftig
für die Beantragung des WPB-Bonus ein neu erstellter Energieausweis erforderlich sein.

Das bedeutet: Eine grobe Einschätzung reicht nicht aus. Der energetische Zustand muss sauber nachgewiesen werden.

Für Eigentümer heißt das: Wenn ein WPB-Bonus genutzt werden soll, muss frühzeitig geklärt werden, welche Nachweise benötigt werden und ob das
Gebäude die Voraussetzungen tatsächlich erfüllt.

EE-Klasse wird zum Standard

Eine weitere wichtige Änderung betrifft die EE-Klasse. EE steht für Erneuerbare Energien.

In der systemischen Sanierung wurde die EE-Klasse bereits häufig genutzt. Deshalb wird sie künftig als Standard betrachtet. Der bisherige
EE-Bonus von 5 % entfällt.

Das bedeutet vereinfacht: Was früher noch einen zusätzlichen Bonus gebracht hat, wird künftig als normaler Standard angesehen.

Förderfähige Ausgaben bei Wohngebäuden steigen auf 150.000 Euro pro Wohneinheit

Gleichzeitig werden die förderfähigen Ausgaben bei der BEG-Förderung für Wohngebäude einheitlich auf
150.000 Euro pro Wohneinheit festgelegt.

Bisher lagen diese in der Grundstufe niedriger. Hintergrund sind unter anderem die stark gestiegenen Baukosten der letzten Jahre.

Für Eigentümer kann das wichtig sein, weil bei umfassenden Sanierungen schnell hohe Investitionskosten entstehen. Je nach Sanierungsvorhaben
kann eine höhere förderfähige Kostenbasis helfen, größere Maßnahmen besser abzubilden.

Tilgungszuschüsse werden abgesenkt

Gleichzeitig gibt es auch Einschnitte. Die Tilgungszuschüsse in der Förderung für Wohngebäude und Nichtwohngebäude sollen
durchgängig um 10 % abgesenkt werden.

Das betrifft die verschiedenen Effizienzhaus- beziehungsweise Effizienzgebäude-Stufen. Auch Zuschüsse für Kommunen sollen entsprechend reduziert werden.

Im Gegenzug sollen Spielräume für Zinsverbilligungen genutzt werden, soweit dies möglich ist. Das heißt: Es kann weniger
Tilgungszuschuss geben, dafür können günstigere Kreditkonditionen eine größere Rolle spielen.

Effizienzhaus 85 EE und Effizienzhaus 70 EE ohne Tilgungszuschuss

Für bestimmte Stufen ist eine besonders wichtige Änderung vorgesehen: Das Effizienzhaus 85 EE und das
Effizienzhaus 70 EE sollen keine Tilgungszuschüsse mehr erhalten.

Diese Stufen können jedoch weiterhin über Zinsvergünstigungen relevant bleiben.

Für Eigentümer ist deshalb entscheidend, nicht nur auf den Zuschuss zu schauen. Auch Zinssatz, Laufzeit, Kreditbedingungen und die Gesamtkosten
der Sanierung müssen betrachtet werden.

Nachhaltigkeits-Bonus wird vereinfacht

Auch die Nachhaltigkeits-Klasse, kurz NH-Klasse, wird angepasst. Bisher waren dafür umfangreiche Anforderungen
notwendig, die sich am Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude orientierten.

Künftig soll der Fokus stärker auf einer Lebenszyklusbetrachtung liegen. Dabei geht es vor allem um die CO2-Emissionen eines
Gebäudes über den gesamten Lebenszyklus.

Einfach gesagt: Es wird nicht nur betrachtet, wie viel Energie ein Gebäude im Betrieb verbraucht, sondern auch, welche Klimawirkung über den
gesamten Lebensweg entsteht.

Umstellung der NH-Klasse ab Anfang 2027 geplant

Die Vereinfachung der Nachhaltigkeits-Klasse soll Anfang 2027 umgesetzt werden. Bis dahin gilt nach den vorliegenden
Informationen weiterhin die bisherige Systematik.

Durch den Wegfall des EE-Bonus erhält die Nachhaltigkeits-Klasse künftig eine stärkere eigenständige Bedeutung innerhalb der BEG-Förderung.

Für Bauherren und Eigentümer kann das relevant sein, wenn nicht nur Energieeffizienz, sondern auch nachhaltiges Bauen und Lebenszyklus-Emissionen
in die Planung einbezogen werden sollen.

Was bedeutet das für Eigentümer?

Die Reform bringt Chancen und Einschränkungen zugleich. Besonders interessant können die Änderungen für Eigentümer sein, deren Gebäude energetisch
sehr schlecht ist und bei denen eine umfassende Sanierung geplant wird.

Wichtige Fragen sind jetzt:

  • Ist das Gebäude ein Worst-Performing-Building?
  • Kommt der WPB-Bonus in Frage?
  • Ist Serielles Sanieren technisch und wirtschaftlich sinnvoll?
  • Welche Effizienzhaus-Stufe ist realistisch?
  • Welche Nachweise werden benötigt?
  • Wie wirkt sich der Wegfall des EE-Bonus aus?
  • Welche Rolle spielen Zinsvergünstigungen statt Tilgungszuschüssen?
  • Ist eine NH-Klasse beziehungsweise Lebenszyklusbetrachtung sinnvoll?

Pauschale Antworten gibt es hier nicht. Gerade bei umfassenden Sanierungen entscheidet der Einzelfall.

Warum Energieberatung bei systemischer Sanierung entscheidend ist

Eine systemische Sanierung ist deutlich komplexer als eine einzelne Maßnahme. Es geht nicht nur darum, ein Bauteil auszutauschen, sondern das
gesamte Gebäude energetisch zu bewerten und sinnvoll zu verbessern.

Eine qualifizierte Energieberatung hilft dabei, den richtigen Sanierungsstandard zu wählen, Fördermöglichkeiten zu prüfen und
unnötige Kosten zu vermeiden.

Besonders wichtig ist die Prüfung, ob sich eine bestimmte Effizienzhaus-Stufe wirklich lohnt. Manchmal kann ein höherer Standard fördertechnisch
attraktiv wirken, wirtschaftlich aber nicht die beste Lösung sein. Umgekehrt können Boni wie WPB oder SerSan eine umfassendere Sanierung deutlich
interessanter machen.

Unser Fazit zur BEG-Reform bei Effizienzhäusern und Seriellem Sanieren

Die BEG-Reform richtet die systemische Sanierung stärker auf energetisch schlechte Gebäude aus. Der WPB-Bonus wird wichtiger, Serielles Sanieren
wird ausgeweitet und die Kombination beider Boni kann künftig attraktiver werden.

Gleichzeitig entfällt der EE-Bonus, Tilgungszuschüsse werden reduziert und bestimmte Effizienzhaus-Stufen erhalten keinen Tilgungszuschuss mehr.
Dafür sollen Zinsvergünstigungen stärker genutzt werden.

Für Eigentümer bedeutet das: Die Förderung bleibt relevant, aber die Planung muss sauberer und strategischer erfolgen. Wer ein älteres oder
energetisch schlechtes Gebäude besitzt, sollte die neuen Möglichkeiten frühzeitig prüfen lassen.

Jetzt Sanierungsförderung prüfen lassen

Die neuen Regeln rund um BEG-Förderung, Effizienzhaus, Worst-Performing-Building,
WPB-Bonus, Serielles Sanieren, Tilgungszuschuss und Energieberatung
sind komplex.

Wir prüfen kurzfristig, welche Förderstrategie für Ihr Gebäude sinnvoll ist, ob ein WPB-Bonus möglich sein kann und welche Sanierungsvariante
wirtschaftlich und technisch zu Ihrem Gebäude passt.

Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf und lassen Sie Ihre Sanierungsförderung rechtzeitig prüfen.


Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Förderberatung. Förderbedingungen, technische
Anforderungen, Nachweise und Fristen sollten vor Antragstellung immer im Einzelfall geprüft werden.

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