Fenstertausch: die richtige Position
Fenstertausch: Warum die Einbauposition über die Wärmebrücke entscheidet
Beim Austausch der Fenster geht es meist um Glas, Rahmen und Dämmwerte. Ein Punkt bleibt dabei fast immer unbesprochen: an welcher Stelle in der Wand das neue Fenster eigentlich sitzt.
Solange die Fassade unverändert bleibt, fällt das nicht auf. Sobald aber von außen gedämmt wird, entscheidet genau diese Position über Wärmebrücke und Optik.
Dieser Beitrag zeigt, was beim üblichen Vorgehen passiert, wie die bessere Lösung aussieht und was sie konkret bringt.
Üblicherweise wird das neue Fenster genau an die Stelle des alten gesetzt. Wird anschließend von außen gedämmt, muss die Dämmung über den Rand des Fensterrahmens geführt werden, um Schimmelprobleme zu vermeiden. Die Laibung wird dadurch tief, das Fenster wandert optisch ins Gebäudeinnere und es entsteht die sogenannte Schießschartenoptik – wärmebrückentechnisch nicht die beste Lösung. Besser ist es, das Fenster bündig zum Mauerwerk nach außen zu setzen und die Dämmung darüber anzubringen. Damit ist die Wärmebrücke deutlich besser eliminiert, die Laibung bleibt außen flacher und innen entsteht eine schönere Fensterbank.
Was viele machen
Das alte Fenster kommt raus, und das neue wird einfach wieder genau an die gleiche Stelle gesetzt.
Für sich genommen ist daran nichts falsch. Der Punkt wird erst relevant, wenn zusätzlich von außen gedämmt werden soll.
Warum daraus ein Problem wird
Um Schimmelprobleme zu vermeiden, muss die Dämmung über den Rand des Fensterrahmens geführt werden. Der Anschluss zwischen Dämmung und Fenster darf nicht offen bleiben.
Die Folge: tiefe Laibungen
Sind die Laibungen dadurch sehr tief, entsteht die sogenannte Schießschartenoptik. Das Fenster sitzt dann sichtbar zurückversetzt in der Wand.
Anders gesagt: Die Fenster wandern optisch ins Gebäudeinnere.
Und die energetische Seite
Wärmebrückentechnisch ist diese Anordnung ebenfalls nicht die beste Lösung.
Die bessere Lösung
Sinnvoller ist es, das Fenster zum Mauerwerk nach außen bündig zu setzen und die Dämmung anschließend von außen darüber anzubringen.
Das Fenster rückt damit in die Ebene der späteren Dämmschicht – statt dahinter zurückzubleiben.
Was das bringt
Dadurch ist die Wärmebrücke deutlich besser eliminiert.
Außerdem entsteht so nicht die Schießschartenoptik: Die Laibung wird von außen nicht so tief, und innen ergibt sich eine viel schönere Fensterbank.
Was bedeutet das für Eigentümer?
Die Einbauposition wird beim Fenstertausch festgelegt – und ist danach nicht mehr ohne Weiteres zu ändern.
Wer also eine Fassadendämmung überhaupt in Betracht zieht, sollte diese Entscheidung bereits beim Fenstertausch mitdenken, selbst wenn die Dämmung erst Jahre später ansteht.
Umgekehrt gilt: Wo keine Außendämmung geplant ist, spielt die Position eine deutlich geringere Rolle.
Fazit
Beim Fenstertausch entscheidet nicht nur das Bauteil, sondern auch seine Position in der Wand. Wird das neue Fenster an dieselbe Stelle gesetzt wie das alte und anschließend von außen gedämmt, muss die Dämmung über den Rahmenrand geführt werden. Die Laibungen werden tief, das Fenster wandert optisch ins Gebäudeinnere, und es entsteht die Schießschartenoptik – wärmebrückentechnisch nicht die beste Lösung. Wer das Fenster stattdessen bündig zum Mauerwerk nach außen setzt und die Dämmung darüber anbringt, eliminiert die Wärmebrücke deutlich besser, hält die Laibung außen flacher und bekommt innen eine schönere Fensterbank.
FAQ
Warum ist die Einbauposition beim Fenster wichtig?
Weil sie darüber entscheidet, wie die spätere Außendämmung an das Fenster anschließt – und damit über Wärmebrücke und Optik.
Was ist die Schießschartenoptik?
Sind die Laibungen sehr tief, sitzt das Fenster sichtbar zurückversetzt in der Wand. Dieses Erscheinungsbild wird als Schießschartenoptik bezeichnet.
Warum muss die Dämmung über den Fensterrahmen geführt werden?
Um Schimmelprobleme zu vermeiden.
Wie sieht die bessere Lösung aus?
Das Fenster bündig zum Mauerwerk nach außen setzen und die Dämmung anschließend von außen darüber anbringen.
Was bringt das konkret?
Die Wärmebrücke ist deutlich besser eliminiert, die Laibung wird von außen nicht so tief, und innen entsteht eine schönere Fensterbank.
Gilt das auch ohne geplante Fassadendämmung?
Das Problem entsteht erst durch die Dämmung von außen. Wer sie in Betracht zieht, sollte die Position aber schon beim Fenstertausch mitdenken.
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