Sommerlicher Hitzeschutz beim Dach
Phasenverschiebung beim Dach: Warum sie für den sommerlichen Hitzeschutz entscheidend ist
Viele Hausbesitzer kennen das Problem: Das Dach ist bereits gedämmt und dennoch wird es im Sommer unangenehm heiß im Dachgeschoss. Oft wird dabei vor allem auf den U-Wert geschaut. Für den sommerlichen Wärmeschutz spielt jedoch noch ein weiterer Wert eine wichtige Rolle.
Entscheidend ist die sogenannte Phasenverschiebung. Sie beschreibt, wie lange Wärme benötigt, um von der Dachoberfläche bis in den Wohnraum zu gelangen. Dadurch lässt sich besser einschätzen, wie stark sich Räume unter dem Dach an heißen Tagen aufheizen.
Der U-Wert beschreibt den Wärmeverlust im Winter. Für den sommerlichen Hitzeschutz ist dagegen die Phasenverschiebung entscheidend. Je länger die Phasenverschiebung ist, desto später gelangt die durch Sonneneinstrahlung entstehende Wärme in den Wohnraum.
Welche Rolle spielt der U-Wert?
Beim Dach sind zwei Werte besonders relevant. Einer davon ist der U-Wert. Er beschreibt, wie viel Wärme über das Bauteil verloren geht und ist damit insbesondere für den Wärmeschutz im Winter von Bedeutung.
Für die Frage, warum sich ein Dachgeschoss im Sommer stark aufheizt, liefert der U-Wert allein jedoch keine ausreichende Antwort.
Was bedeutet die Phasenverschiebung?
Die Phasenverschiebung beschreibt die Zeit, die vergeht, bis die Sonnenstrahlen das Dach so weit erwärmt haben, dass die Wärme den Wohnraum erreicht.
Ist diese Zeitspanne kurz, gelangt die durch die Mittagssonne erzeugte Wärme bereits am Nachmittag in den Raum. Dadurch steigt die Temperatur im Dachgeschoss deutlich an.
Beispiel eines älteren Dachaufbaus
Bei einem älteren Dachaufbau mit etwa 10 Zentimetern Mineralwolle aus den 1980er- oder 1990er-Jahren zwischen den Sparren beträgt die Phasenverschiebung nach Einschätzung des Experten rund sechs Stunden.
Dadurch wird das Dachgeschoss bereits gegen Mittag beziehungsweise im weiteren Tagesverlauf sehr warm.
Wie verändert eine Dachsanierung den sommerlichen Hitzeschutz?
Aufdachdämmung
Wird das Dach mit einer förderfähigen Aufdachdämmung saniert, erhöht sich die Phasenverschiebung nach Aussage des Experten auf etwa sieben bis acht Stunden.
Dadurch verbessert sich der Wärmeschutz bereits deutlich. Die Wärme gelangt später in den Wohnraum als bei einem älteren Dachaufbau.
Holzfaserdämmung
Den besten sommerlichen Hitzeschutz erzielt nach Einschätzung des Experten eine Holzfaserdämmung.
Hier wird eine Phasenverschiebung von rund 16 Stunden erreicht. Dadurch kann sich das Bauteil tagsüber nicht so weit aufwärmen, dass die Wärme noch während der intensiven Sonneneinstrahlung in den Wohnraum gelangt.
Der Schutz im Winter ist dabei laut Experte vergleichbar mit der zuvor beschriebenen Variante.
Welche Dämmung empfiehlt sich für den Sommer?
Wer vor allem vermeiden möchte, dass sich das Dachgeschoss im Sommer stark aufheizt, sollte bei einer Dachsanierung nach Einschätzung des Experten eine Holzfaserdämmung in Betracht ziehen.
Sie bietet durch ihre längere Phasenverschiebung den wirksamsten sommerlichen Hitzeschutz der vorgestellten Varianten.
Fördermöglichkeiten bei einer Dachsanierung
Nach Aussage des Experten können sowohl die vorgestellten Sanierungsvarianten mit Förderzuschüssen unterstützt werden.
Welche Lösung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von den jeweiligen Rahmenbedingungen und den Zielen der Sanierung ab.
Was bedeutet das für Eigentümer?
Wer eine Dachsanierung plant, sollte nicht ausschließlich auf den U-Wert achten. Für den Wohnkomfort im Sommer spielt die Phasenverschiebung eine wesentliche Rolle.
Insbesondere dann, wenn das Dachgeschoss als Wohnraum genutzt wird und sich in den Sommermonaten stark aufheizt, kann dieser Wert bei der Auswahl des Dämmmaterials berücksichtigt werden.
Fazit
Der U-Wert und die Phasenverschiebung erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Während der U-Wert den Wärmeverlust im Winter beschreibt, ist die Phasenverschiebung für den sommerlichen Hitzeschutz entscheidend. Eine kurze Phasenverschiebung führt dazu, dass sich Dachräume schneller aufheizen. Durch eine Dachsanierung kann sich dieser Wert verbessern. Nach Einschätzung des Experten erreicht eine Holzfaserdämmung die größte Phasenverschiebung der vorgestellten Varianten und bietet damit den besten sommerlichen Hitzeschutz. Für beide beschriebenen Sanierungsvarianten sind laut Experte Förderzuschüsse möglich.
FAQ
Was ist die Phasenverschiebung?
Die Phasenverschiebung beschreibt die Zeit, die vergeht, bis Wärme durch Sonneneinstrahlung vom Dach in den Wohnraum gelangt.
Reicht ein guter U-Wert für einen kühlen Dachraum im Sommer aus?
Nach Aussage des Experten nicht. Für den sommerlichen Hitzeschutz spielt zusätzlich die Phasenverschiebung eine entscheidende Rolle.
Welche Dämmung bietet den besten sommerlichen Hitzeschutz?
Nach Einschätzung des Experten erzielt eine Holzfaserdämmung mit einer Phasenverschiebung von rund 16 Stunden den besten sommerlichen Hitzeschutz der vorgestellten Varianten.
Kann eine Dachsanierung gefördert werden?
Nach Aussage des Experten können für die vorgestellten Sanierungsvarianten Förderzuschüsse in Anspruch genommen werden.
Wenn Sie Ihre Fördermöglichkeiten prüfen möchten, können Sie eine unverbindliche Erstberatung anfragen.
