Jung kauft Alt 2026: Bis zu 180.000 € KfW-Kredit für Familien

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Jung kauft Alt 2026: Bis zu 180.000 € KfW-Kredit für Familien

Familien, die ein älteres Haus kaufen und anschließend energetisch sanieren möchten, können über das KfW-Programm „Jung kauft Alt“ aktuell einen zinsverbilligten Kredit von bis zu 180.000 Euro erhalten.

Die Förderung wurde 2026 deutlich verbessert. Neben höheren Kreditbeträgen wurden auch die Möglichkeiten für die anschließende energetische Sanierung erweitert.

Das Programm richtet sich an Familien mit Kindern und Alleinerziehende, die bisher noch kein Wohneigentum besitzen.

Was ist „Jung kauft Alt“?

„Jung kauft Alt“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für das KfW-Programm 308 „Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb“.

Gefördert wird der Kauf einer bestehenden Wohnimmobilie, die energetisch vergleichsweise schlecht ist und nach dem Kauf saniert wird.

Der Förderkredit kann für den Kaufpreis der Immobilie einschließlich der Grundstückskosten verwendet werden.

Die Sanierungskosten selbst werden dagegen nicht über den Kredit 308 finanziert. Dafür können unter bestimmten Voraussetzungen weitere Förderprogramme genutzt werden.

Wie hoch ist der KfW-Kredit?

Die maximale Kredithöhe richtet sich nach der Anzahl der Kinder im Haushalt.

  • 1 Kind: bis zu 140.000 Euro Kredit
  • 2 Kinder: bis zu 160.000 Euro Kredit
  • 3 oder mehr Kinder: bis zu 180.000 Euro Kredit

Die Laufzeit kann bis zu 35 Jahre betragen. Die Zinsbindung beträgt je nach gewählter Variante bis zu zehn Jahre.

Die tatsächlichen Zinssätze werden von der KfW laufend an die Kapitalmarktentwicklung angepasst und stehen deshalb erst zum Zeitpunkt der Kreditzusage endgültig fest.

Welche Einkommensgrenzen gelten?

Neben der Anzahl der Kinder ist auch das Haushaltseinkommen entscheidend.

Aktuell gelten folgende Obergrenzen:

  • 1 Kind: maximal 90.000 Euro Haushaltseinkommen
  • 2 Kinder: maximal 100.000 Euro Haushaltseinkommen
  • ab 3 Kindern: maximal 110.000 Euro plus 10.000 Euro für jedes weitere Kind

Maßgeblich ist das Einkommen der relevanten Haushaltsmitglieder entsprechend den Vorgaben der KfW.

Welche Häuser werden gefördert?

Die Förderung gilt nicht für jede Bestandsimmobilie.

Zum Zeitpunkt der Antragstellung muss für das Haus oder die Eigentumswohnung ein gültiger Energiebedarfsausweis oder Energieverbrauchsausweis vorliegen.

Die Immobilie muss in eine der folgenden Energieeffizienzklassen eingestuft sein:

  • F
  • G
  • H

Damit richtet sich das Programm gezielt an energetisch schlechte Bestandsgebäude, bei denen nach dem Kauf ein Sanierungsbedarf besteht.

Welche weiteren Voraussetzungen gelten?

Die Antragsteller müssen die geförderte Immobilie selbst bewohnen.

Außerdem darf zum Zeitpunkt der Antragstellung grundsätzlich kein anderes Wohneigentum vorhanden sein.

Wer bereits eine Immobilie besitzt und diese verkaufen möchte, muss den Verkauf grundsätzlich abgeschlossen haben, bevor der Antrag für die neue Immobilie gestellt wird.

Wie viel Zeit bleibt für die Sanierung?

Nach der Förderzusage müssen die energetischen Sanierungsmaßnahmen innerhalb von maximal 4,5 Jahren abgeschlossen werden.

Wird diese Frist überschritten, kann eine wichtige Fördervoraussetzung verletzt werden.

Familien müssen deshalb nicht unmittelbar nach dem Einzug sämtliche Sanierungsmaßnahmen gleichzeitig durchführen, sollten die Maßnahmen aber rechtzeitig planen.

Welcher energetische Standard muss erreicht werden?

Für die Sanierung stehen verschiedene Effizienzhaus-Standards zur Verfügung.

Nach den aktuellen KfW-Bedingungen können beispielsweise folgende Ziele gewählt werden:

  • Effizienzhaus 85 EE
  • Effizienzhaus 70 EE
  • Effizienzhaus 55 EE
  • Effizienzhaus 40 EE
  • Effizienzhaus Denkmal EE

Welche Variante technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt stark vom Zustand der gekauften Immobilie ab.

Kann auch mit Einzelmaßnahmen saniert werden?

Seit der Verbesserung des Förderprogramms 2026 kann die energetische Sanierung grundsätzlich auch über bestimmte Einzelmaßnahmen umgesetzt werden.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Dachdämmung
  • Fassadendämmung
  • Fenstertausch
  • Kellerdeckendämmung
  • neue Heizung oder Wärmepumpe

Die konkreten Anforderungen müssen allerdings vollständig eingehalten werden.

Nach Angaben der KfW reicht es grundsätzlich nicht aus, einfach eine einzelne beliebige Maßnahme umzusetzen. Die im Förderkonzept erforderlichen Maßnahmen müssen vollständig durchgeführt werden, sofern keine ausdrücklich geregelte Ausnahme greift.

Kann „Jung kauft Alt“ mit weiteren Förderungen kombiniert werden?

Ja. Gerade darin liegt ein wichtiger Vorteil des Programms.

Der Kredit 308 finanziert den Kauf der Immobilie. Die anschließende Sanierung kann unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich über andere KfW- oder BAFA-Programme unterstützt werden.

So kann beispielsweise bei einer umfassenden Effizienzhaus-Sanierung zusätzlich der KfW-Kredit 261 genutzt werden.

Für bestimmte Einzelmaßnahmen können ebenfalls Förderprogramme der Bundesförderung für effiziente Gebäude infrage kommen.

Beispiel: Familie mit zwei Kindern

Eine Familie mit zwei Kindern möchte ein energetisch schlechtes Einfamilienhaus kaufen.

Das Haushaltseinkommen beträgt 75.000 Euro und liegt damit unter der aktuellen Grenze von 100.000 Euro.

Die Immobilie verfügt über einen Energieausweis der Effizienzklasse G.

Damit kann die Familie grundsätzlich einen Kredit von bis zu 160.000 Euro über das Programm „Jung kauft Alt“ erhalten.

Die verbleibenden Kosten des Immobilienkaufs werden über Eigenkapital und eine weitere Finanzierung gedeckt.

Für die anschließende energetische Sanierung können zusätzlich passende Förderprogramme geprüft werden.

Warum sollte ein Energieeffizienz-Experte früh eingebunden werden?

Gerade beim Kauf eines energetisch schlechten Hauses ist es sinnvoll, den Sanierungsbedarf bereits vor dem Kauf realistisch einzuschätzen.

Ein Energieeffizienz-Experte kann prüfen, welche Maßnahmen erforderlich sind und welche energetischen Standards technisch erreichbar sind.

Dadurch lässt sich besser abschätzen, welche Sanierungskosten nach dem Kauf tatsächlich entstehen.

Bei einer Sanierung auf einen Effizienzhaus-Standard ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten ohnehin verpflichtend.

Was sollten Familien vor dem Hauskauf prüfen?

Vor der Entscheidung für eine Immobilie sollten insbesondere folgende Punkte geklärt werden:

  • Welche Energieeffizienzklasse hat das Gebäude?
  • Wie hoch ist der tatsächliche Sanierungsbedarf?
  • Welche Maßnahmen müssen innerhalb der 4,5 Jahre umgesetzt werden?
  • Welche Sanierungskosten sind realistisch?
  • Welche zusätzlichen BAFA- oder KfW-Förderprogramme können genutzt werden?
  • Passt die Gesamtfinanzierung auch inklusive Sanierung zum Haushalt?

Fazit: „Jung kauft Alt“ kann den Hauskauf für Familien deutlich erleichtern

Das KfW-Programm „Jung kauft Alt“ bietet Familien und Alleinerziehenden aktuell Förderkredite von bis zu 180.000 Euro für den Kauf energetisch schlechter Bestandsimmobilien.

Die Förderung richtet sich an Gebäude der Energieeffizienzklassen F, G oder H und ist mit einer anschließenden energetischen Sanierung verbunden.

Der große Vorteil besteht darin, dass der vergünstigte Kaufkredit mit weiteren Förderprogrammen für die Sanierung kombiniert werden kann.

Wer ein älteres Haus kaufen möchte, sollte deshalb nicht nur den Kaufpreis betrachten, sondern bereits vor dem Kauf prüfen, welche Sanierungskosten und Fördermöglichkeiten tatsächlich zu erwarten sind.

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Offizielle Quellen

  • KfW – Wohneigentum für Familien – Bestandserwerb (308)
  • KfW – Jung kauft Alt
  • KfW – Verbesserungen der Förderung für Familien seit August 2026
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