Serielles Sanieren 2026: 5 % Bonus jetzt auch für Effizienzhaus 70

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Serielles Sanieren 2026: 5 % Bonus jetzt auch für Effizienzhaus 70

Wer ein Wohngebäude umfassend energetisch saniert, kann über die KfW-Förderung nicht nur von einem zinsgünstigen Kredit profitieren. Bei einer seriellen Sanierung ist zusätzlich ein sogenannter SerSan-Bonus möglich.

2026 wurde diese Förderung erweitert: Auch bei einer Sanierung auf die Effizienzhaus-Stufe 70 kann künftig ein zusätzlicher Bonus von 5 Prozentpunkten gewährt werden.

Was bedeutet „Serielles Sanieren“?

Bei der seriellen Sanierung werden große Teile der Gebäudehülle nicht erst auf der Baustelle aufgebaut, sondern werkseitig vorgefertigt.

Dazu gehören zum Beispiel Fassaden- oder Dachelemente, die auf Grundlage eines digitalen Gebäudeaufmaßes individuell produziert und anschließend am Gebäude montiert werden.

Ziel ist es, energetische Sanierungen schneller und mit einem möglichst hohen Vorfertigungsgrad umzusetzen.

Wichtig: Eine normale Fassadendämmung zählt deshalb nicht automatisch als serielle Sanierung. Die KfW stellt konkrete Anforderungen an die verwendeten Bauteile und an den Umfang der Sanierung.

Was ändert sich beim SerSan-Bonus?

Bisher konzentrierte sich der Bonus insbesondere auf sehr ambitionierte Effizienzhaus-Sanierungen.

Die Förderung wurde nun erweitert.

Bei einer seriellen Sanierung gelten aktuell folgende zusätzliche Tilgungszuschüsse:

  • Effizienzhaus 40: bis zu 15 Prozentpunkte SerSan-Bonus
  • Effizienzhaus 55: bis zu 15 Prozentpunkte SerSan-Bonus
  • Effizienzhaus 70: 5 Prozentpunkte SerSan-Bonus

Damit wird das serielle Sanieren auch für Gebäude interessanter, bei denen eine Sanierung auf Effizienzhaus 40 oder 55 wirtschaftlich oder technisch nicht sinnvoll umgesetzt werden kann.

Wie hoch kann die Förderung ausfallen?

Die Förderung erfolgt im Rahmen der KfW-Förderung für die energetische Sanierung zum Effizienzhaus.

Für Wohngebäude können über das KfW-Programm 261 aktuell Förderkredite von bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit möglich sein.

Der SerSan-Bonus erhöht dabei den Tilgungszuschuss. Das bedeutet: Ein Teil des aufgenommenen Kredits muss später nicht zurückgezahlt werden.

Wie hoch die tatsächliche Förderung ausfällt, hängt jedoch unter anderem von der erreichten Effizienzhaus-Stufe und möglichen weiteren Boni ab.

Welche Voraussetzungen gelten?

Damit eine Sanierung als serielle Sanierung anerkannt wird, müssen verschiedene technische Voraussetzungen erfüllt sein.

Nach den Vorgaben der KfW müssen beispielsweise große Teile der wärmeübertragenden Fassade mit werkseitig vorgefertigten Elementen saniert werden.

Auch Fassaden- und Dachelemente müssen bestimmte Anforderungen an Konstruktion, Vorfertigung und Montage erfüllen.

Eine klassische Dämmmaßnahme, bei der Dämmplatten direkt auf der Baustelle angebracht werden, erfüllt diese Voraussetzungen in der Regel nicht.

Kann der SerSan-Bonus mit anderen Boni kombiniert werden?

Grundsätzlich kann der Bonus für serielles Sanieren mit weiteren Förderbestandteilen kombiniert werden.

Relevant ist insbesondere der Bonus für sogenannte Worst Performing Buildings (WPB). Dabei handelt es sich um energetisch besonders schlechte Bestandsgebäude.

Welche Kombination im konkreten Projekt möglich ist, muss allerdings vor der Antragstellung geprüft werden.

Für welche Gebäude ist serielles Sanieren besonders interessant?

Serielles Sanieren kann vor allem bei größeren und möglichst gleichförmigen Gebäuden interessant sein.

  • Mehrfamilienhäuser
  • größere Wohnanlagen
  • Gebäude mit wiederkehrenden Fassadenelementen
  • energetisch sehr schlechte Bestandsgebäude

Bei klassischen Einfamilienhäusern ist die serielle Sanierung dagegen nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung.

Entscheidend ist immer, welche Sanierungsvariante technisch sinnvoll ist und welche Förderprogramme miteinander kombiniert werden können.

Förderung immer vor Beginn prüfen

Wie bei vielen Förderprogrammen gilt auch hier: Die Förderfähigkeit sollte geprüft werden, bevor verbindliche Aufträge vergeben und Maßnahmen begonnen werden.

Für die KfW-Förderung einer Effizienzhaus-Sanierung ist zudem die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten erforderlich.

Dieser erstellt die energetische Planung, prüft die technischen Fördervoraussetzungen und begleitet die notwendigen Nachweise gegenüber der KfW.

Fazit

Die Erweiterung des SerSan-Bonus auf Effizienzhaus 70 macht die serielle Sanierung für weitere Bestandsgebäude interessant.

Eigentümer sollten aber nicht allein aufgrund des zusätzlichen Bonus entscheiden. Ob sich eine serielle Sanierung lohnt, hängt stark vom Gebäude, den geplanten Maßnahmen und den Gesamtkosten ab.

Wer eine größere energetische Sanierung plant, sollte deshalb zunächst prüfen lassen, welche Effizienzhaus-Stufe realistisch ist und welche Förderkombination den größten wirtschaftlichen Vorteil bietet.

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Offizielle Quellen

  • KfW – Bundesförderung für effiziente Gebäude / Anpassungen 2026
  • KfW – Serielles Sanieren
  • Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – FAQ zur Bundesförderung für effiziente Gebäude
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